DIE
WEINWIRTSCHAFT SPÜRT ZUNEHMEND DIE FOLGEN DER GLOBALISIERUNG. Kleine
Anbaugebiete wie der Rheingau und die Hessische Bergstraße
konkurrieren mittlerweile am Markt mit Produkten aus aller
Welt. Der Globalisierung des Marktes folgt auch eine Globalisierung
des Geschmacks. Weine werden mit Hilfe moderner Technik zunehmend
auf die Konsumenten zugeschnitten. Diskussionen wie um die
künstliche Aromatisierung deuten eine Entwicklung zu
uniformen, austauschbaren Weinen an. Weine, die letztlich überall
auf der Welt erzeugt werden können. Als
Reaktion auf diese „neue Weinkultur“ besinnen
sich viele Winzer auf Herkunft und Authentizität. Wein
wird wieder als ein einzigartiges Naturprodukt aufgefasst.
Es entwickelt sich ein Bewusstsein für Weine, die in
ihrer Stilistik die natürliche und ganz individuelle
Eigenart ihres Standortes und der Arbeit des Winzers widerspiegeln. Winzer
und die weininteressierte Öffentlichkeit verbinden damit
den französischen Begriff „Terroir“. „Le
goût de terre“, das heißt übersetzt:
Der Geschmack der Erde. Doch geht es dabei nicht allein um
den Boden. Gemeint ist die Summe des Ganzen: Rebsorte, Gelände,
Kleinklima, Gestein und Boden sowie die Arbeit des Winzers
in Weinberg und Keller. Der Wein soll unverwechselbar sein
und seine Herkunft widerspiegeln. Weinkultur wird in der
Region bewahrt und gepflegt. Gerade
Winzer kleiner Anbauregionen erfahren eine zunehmende
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