Eine lösslehmhaltige
Fließerde bildet den oberen Teil
dieses Bodens. Der Rigolhorizont enthält neben
humosem, lehmigem Feinboden auch feste Gesteinspartikel wie Serizitgneis
und Quarzit. Darunter folgt der natürliche, lösslehmhaltige
Bodenhorizont der einstigen „Braunerde“. Im sandigen
Untergrund fehlt der Lösslehm. Dieser Teil des Bodens besteht überwiegend
aus angewittertem Gesteinsgrus des Serizitgneis und feinen Verwitterungs-produkten
dieses Gesteins.
Der
Boden bietet aufgrund der erhöhten Stein- und Grusgehalte
ein moderates, aber ausreichendes Wasserreservoir. Die Rebe ist
dennoch sehr gut mit Wasser versorgt. Serizitgneis ist ausschließlich
in den Höhenlagen des Rheingaus verbreitet. Aufgrund erhöhter
Niederschläge und der kühleren Temperaturen sind dieses
Standorte recht frisch.
Zwar
ist der Untergrund recht dicht, dennoch reichen Wurzeln bis in
das saure Verwitterungsmaterial des Serizitgneis, das reichlich
Eisen und Mangan, aber nur wenig Mineralstoffe enthält. Die
Nährstoffversorgung erfolgt überwiegend aus dem lösshaltigen
Rigolhorizont. Die Reifemöglichkeiten des Standortes sind
gut, wenn die Nährstoffversorgung unterstützt wird.
DAS GESTEIN
Bei Hallgarten, Kiedrich und am Wiesbadener Neroberg tritt ein
hellgrünlich-graues, feinschiefrig bis plattiges Gestein an
die Oberfläche. Es sind Reste uralter Vulkane aus der Zeit
des Silur (445 und 415 Millionen Jahre). Im Erdinneren hatten Minerale
in einer Magmenschmelze Gelegenheit, langsam zu erkalten. Sie bildeten
dabei wenige, aber große Kristalle. Kommt es anschließend
bei einem Vulkanausbruch zu einem schnellen Aufstieg des Magmas,
kühlt das verbleibende, noch flüssige Magma sehr rasch
ab und kristallisiert. Dabei entsteht eine Grundmasse aus zahlreichen,
mikroskopisch kleinen Kristallen. Die großen, mit bloßem
Auge gut sichtbaren Kristalle werden als Einsprenglinge bezeichnet.
Die Anordnung von kleinen und großen Kristallen nennt man „pophyrisches
Gefüge“.
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