WEINBERGSBÖDEN AUS SANDSTEIN sind
in verschiedener Hinsicht extrem und fordern größte Anstrengungen
von der Rebe. Der Sandstein verwittert zu einem grobkörnigen,
sehr nährstoffarmen Substrat. An steileren Hängen enthalten
die Böden wegen der Abtragung nur wenig Feinmaterial, aber
viel Steine oder Blöcke.
Der
braun-schwarze Humus verleiht dem Oberboden eine krümelartige
Struktur. Werk von Asseln, Regenwürmern und anderen Bodentieren.
Die Schuttdecke enthält viel Grobboden und neben grobem Sand
auch etwas Lehm aus der Verwitterung von aufgewehtem Löss.
Dadurch wird das Wasserhaltevermögen verbessert, denn der
Lehm kann mehr Feuchtigkeit festhalten. Mit der Tiefe wird der
Boden zunehmend dichter, der Sand grober und der Steingehalt nimmt
weiter zu.
Sandböden, besonders aber die Gesteinsschuttböden aus
Sandstein sind Trockenstandorte, Wasser ist häufig knapp.
Die groben Sandkörnern können nur geringe Mengen Wasser
halten, das Niederschlagswasser sickert rasch in die Tiefe ab.
In Trockenphasen sind die geringen Wasserreserven schnell aufgebraucht.
Die Rebe richtet ihren Verbrauch stets nach dem Wasserangebot.
Dementsprechend ist auf den Sandsteinböden der Stoffwechsel
in Trockenperioden gedrosselt. Um zusätzliche, tiefer gelegene
Reserven zu erschließen, durchdringen einige wenige Wurzeln
den Boden bis tief in den Gesteinsuntergrund. Auch die Versorgung
mit Nährstoffen ist eingeschränkt. Der Sandstein ist
sehr nährstoffarm, die Bodenreaktion daher sauer. Die Gesteinsverwitterung
vermag dem Boden kaum Nährstoffe nachzuliefern. Nur die im
Oberboden mit dem Löss eingemischten Feldspäte und Glimmer
setzen nennenswert Mineralstoffe frei.
Herausragend ist dagegen der Luft- und Wärmehaushalt dieser
Böden. Schon beim geringsten Sonnenstrahl verdunstet das wenige
Wasser und rasch zirkuliert warme Luft im Boden. Die Bodenoberfläche
wird stark erwärmt und die Wärme kommt Wurzeln und Blattwerk
gleichermaßen zugute.
Böden
aus Sandstein sind eine regionale Besonderheit im hessischen Terroir.
Rote Sandsteine sind im Hinteren Odenwald weit verbreitet.
Auch an der Bergstraße bedeckten Sandsteine einst den kristallinen
Untergrund. Sie sind heute bis auf
wenige Reste abgetragen. Eine kleine Scholle blieb um
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