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Boden und Wein
   
 
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Saures Untergrundgestein und ein besonderes Feuchteregime, das durch hohe Jahresnieder-schläge und einen dichten Unterboden geprägt wird, kennzeichnen die Odenwälder Weininsel, einen außergewöhnlichen Standort des hessischen Riesling-Terroirs.
     Basis des Bodens ist eine Lage aus rotem Verwitterungslehm des Rhyolith, der sehr tonreich ist. Der Rhyolith verwitterte im subtropischen Klima des Tertiär vollständig zu einem feinkörnigen Substrat (Saprolith). Die tonreiche Fließerde ist dicht gelagert und dadurch von den Rebwurzeln und dem Sickerwasser nur schwer zu durchdringen. Es ist ein kühler, frischer Standort, der im Frühjahr Staunässe aufweisen kann. Die Bodenreaktion des Rhyolithlehmes ist aufgrund der intensiven Verwitterung „sauer“, d.h. nur geringe Mengen des großen Nährstoffpotenzials liegen auch pflanzenverfügbar vor. Der Rigolhorizont enthält neben dem Verwitterungslehm des Rhyolith auch Lösslehm. Dieser prägt maßgeblich den Wasser-, Nährstoff-, Luft- und Wärmehaushalt, ist gut durchwurzelbar, wirkt ausgleichend und verbessert die genannten Bodeneigenschaften. Der Oberboden enthält Humus, der zusätzlich strukturverbessernd wirkt. Der Standort bietet gute Möglichkeiten für eine langsame und intensive Reife der Trauben, wenn die Nährstoffversorgung unterstützt wird.

DAS GESTEIN
Magmen erkalten im Erdinneren langsam. Die Minerale bilden dabei große Kristalle. Kommt es bei einem Vulkanausbruch zum schnellen Aufstieg des Magmas, kühlt das verbleibende, noch flüssige Magma sehr rasch ab und kristallisiert zu kleinen Kristallen. Die Anordnung von kleinen und großen Kristallen nennt „porphyrisches Gefüge“. Der Rhyolith, eine frühere Bezeichnung ist Quarzprophyr, entspricht in seiner chemischen und mineralogischen Zusammensetzung dem „sauren“ Tiefengestein Granit. Sauer bedeutet, reich an Kieselsäure und arm an Nährstoffen.
Löss ist ein vom Wind transportiertes feinkörniges, kalkreiches Sediment. Er wurde im

 
RHYOLITH
Rigosol aus Lösslehm über Saprolith aus Rhyolithzersatz.
Ein karbonatfreier, saurer Feuchtstandort mit mode- raten Reifemöglichkeiten.
 
Odenwälder Weininsel - Landschaft der alten Vulkane. Der Untergrund entstand durch intensiven Vulkanismus in der Zeit des Perm (290 - 250 Mill. Jahre). Die Eiszeiten überdeckten die Land- schaft mit einer Schicht aus Lössstaub.
 
Rhyolith - ein saures magmatisches Ergussge- stein mit porphyrischem Gefüge.
 
  BODENEIGENSCHAFTEN
  mittlere Wasserspeicherung
  schlecht durchwurzelbar
  mäßig durchlüftet
  mäßig erwärmbar
  sauer
  mittleres Mineralstoffpotenzial
periglazialen Trockenklima der Eiszeiten (Pleistozän) gebildet. In unserem heutigen Klima löst Sickerwasser den Kalk und hinterlässt einen tonig-lehmigen Rückstand. Eisen oxidiert und setzt sich als braune Haut auf die Bodenpartikel – der helle Löss „verbraunt“. Aus den gelösten Mineralbestandteilen wird Ton neu gebildet – der Löss wird dadurch reicher an Ton, er „verlehmt“. Entkalkter, verbraunter und verlehmter Löss wird Lösslehm genannt.
   
TERROIR - DIE HERKUNFT SCHMECKEN