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LÖSSLEHM AUF MEERESSANDEN - diese Kombination steht für einen karbonatreichen, basenhaltigen Trockenstandort mit moderaten Reifemöglichkeiten. Der Boden setzt interessante Kontrapunkte. Der Untergrund besteht aus sehr groben, quarzreichen Sanden des Tertiärs. Darüber folgt ein kalkhaltiges, lehmig-toniges Mischsubstrat, das Löss, groben Meeressand und Ton des Tertiärs enthält. Dieser Bereich des Bodens ist zwar nur einen halben Meter mächtig, aber durch den Löss und den mineralreichen Ton überaus fruchtbar. Die Rebe kann sich hier gut mit Wasser und Nährstoffen versorgen. Der kalkfreie grobe Sand des Untergrundes ist dagegen ein sehr trockenes, nährstoffarmes Substrat. Zwar ist dieser Teil des Bodens gut durchwurzelbar, allein die Rebwurzeln finden hier kaum verwertbares. Die in Spuren enthaltenen Tonminerale haben nur eine sehr geringe Mineralstoffkapazität. Auch sind die Bodenaustauscher überdurchschnittlich mit Natrium belegt. Ist dies das Salz des Meeres? Die Rebe muss sich in heißen Sommern auf karge Zeiten einstellen.

DAS GESTEIN

Die Uferlinie des Tertiärmeeres lag vor 30 Millionen Jahren (Mitteloligozän, Alzey- Formation) am Taunusrand. Die grobkörnigen Ablagerungen der Küste wurden von den Geologen „Unterer Meeressand“ genannt. Im Rheingau sind dies gerundete, gelbliche bis bräunliche Sande und Kiese aus Quarz sowie Quarzit. Die feinkörnigeren Sande enthalten Muscheln, Schnecken und andere Weichtiere. Allein an Muscheln und Schnecken sind mehr als 300 Arten bekannt. Zeugen einer reichhaltigen Meeresfauna.

VERBREITUNG
Die Unteren Meeressande sind in den höher gelegenen Bereichen (150-230 m ü. NN) vieler Rheingaugemeinden verbreitet (Johannisberg, Winkel, Mittelheim, Oestrich, Hallgarten, Hattenheim). Die gröberen Kiese und Sande des „Oberen Meeressand“ (Stadecken- Formation) liegen höher (bis in rund 300 m ü. NN ) und greifen sogar bis auf den Taunusrand über. Große Gesteinsblöcke des Oberen                     

 
MEERESSAND
Rigosol aus Meeres- sand.
 
Küstenlinie am Tau- nushang.
Die Meeressande folgen der ehemaligen Uferlinie des Tertiärmeeres. Es sind heute die höher gelegenen Bereich des Rheingaus. Die Sande werden z.T. heute noch zur Nutzung im Bauge- werbe, verwendet. Der Lagenname „Kiedricher Sandgrub“ weist auf die früher in den Gemark- ungen verbreteten Schurfe hin.

 
Vielfalt in Form und Farbe – „Tertiäre Meeres-sande“ „Meeressande“ wurden in einem strömungsreichen, küstennahen Bereich, vielleicht am Strand des Tertiärmeeres, abgelagert. Die Bilder zeigen grobe Blöcke am Kloster Eibingen (rechts), bunt gemischtes Material in der Grube Marienthal (mitte), helle Feinsande in Geisenheim (links).
 
  BODENEIGENSCHAFTEN
  mittlere Wasserspeicherung
  gut durchwurzelbar
  gut durchlüftet
  gut erwärmbar
  kalkfrei, z.T. kalkhaltig
  geringes Mineralstoffpotenzial
Meeressandes findet man bei Schloss Vollrads oder am Hildegardiskloster Eibingen, glimmerreiche, tonige Sande mit Meeresfossilien (Austern) im Gebiet der Staatsdomäne am Rauenthaler Berg oder am Hang des Kiedrichtals.
   
TERROIR - DIE HERKUNFT SCHMECKEN