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Boden und Wein
   
 
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Der Boden ist nur von geringer Mächtigkeit. Erosion hat bereits viel Bodenmaterial abgetragen. Über angewitterten Blöcken aus Granodiorit folgen Steine, die noch von dem tonigen Verwitterungsrückstand des Granodiorits überzogen sind. Darüber folgt eine Decke aus Sandlöss. Sand, Steine, geringer Wurzelraum – diese Kombination verheißt Trockenstress in den Sommermonaten, denn viel Wasser kann der Boden nicht vorrätig halten. Der Wärmehaushalt des lockeren, körnigen Substrats ist sehr günstig. Eine rasche Erwärmung im Frühjahr fördert die Entwicklung der Rebe. Das Nährstoffreservoir des Bodens ist eher klein. Die geringen Mengen an Humus und Ton können nur wenig Nährstoffe bereitstellen. Andererseits sind große Mengen an Kalium, Magnesium, Natrium und Eisen in den Mineralen des Gesteins fest gebunden. Die Gesteinsverwitterung sichert so eine zwar langsame, aber kontinuierliche Nachlieferung von Mineralstoffen.

DAS GESTEIN
Die Hessische Bergstraße hat eine feurige Vergangenheit. Durch die Kollision zweier Großkontinente im Karbon (300 bis 360 Mio. Jahre) stiegen Magmen aus dem Erdinneren auf. Sie erreichten jedoch nie die Erdoberfläche und erstarrten in der Tiefe. Mit dem Einbruch des Oberrheingrabens im Tertiär (2,6 bis 65 Mio. Jahre) wurden die Plutonite genannten kristallinen Tiefengesteine mehrere Tausend Meter emporgehoben. Das über ihnen liegende Gestein fiel der Abtragung anheim.
      Viele Plutonite der Hessischen Bergstraße sind saure Gesteine, das heißt, sie enthalten viel Quarz aber wenig Alkalien. Granodiorit ist ein grobkörniger, quarzreicher Magmatit von meist weißgrauer bis grauer Farbe. Das Gestein enthält reichlich Erdalkalien wie Kalium- und Natrium, aber auch Magnesium sowie Eisen. Er enthält Kalknatronfeldspat, Kalifeldspat und dunkle Minerale wie Biotit oder Hornblende. Eine als Hornblendegranodiorit bezeichnete Spielart ist in Bensheim (Paulus) und Heppenheim (Stemmler) verbreitet. Oft ist                         

 
GRANODIORIT
Granodiorit-Rigosol
 
Weinbergsmauer aus Granodioritblöcken
 
Hanglage im Stemmler (Heppenheim
Auf den Weinbergen der Bergstraße ist Granodiorit im Untergrund weit ver- breitet.

 
Granodiorit im Dünn-schliff. Das plutonische Gestein besitzt ein richtungsloses, körniges Gefüge. Zu sehen sind Quarz (weiß und dunkel-grau), Feldspat (Plagio-klas) mit Zwillingsla- mellen, Hornblende (grün- braun) sowie Biotit (dunkelbraun).
 
  BODENEIGENSCHAFTEN
  geringe Wasserspeicherung
  mäßig durchwurzelbar
  sehr gut durchlüftet
  sehr gut erwärmbar
  kalkfrei
  mäßiges Mineralstoffpotenzial
der Granodiorit metertief zu kleinen Steinchen (Grus) zerfallen, die zu einem lehmig-tonigen Grusgemisch verwittern. Böden aus reinem Granodioritverwitterungslehm sind aber eher die Ausnahme. Sandlöss und Löss wurden in den Eiszeiten auf den Granodiorit aufgeweht und in den Boden eingemischt.
   
TERROIR - DIE HERKUNFT SCHMECKEN